Gründungsprotokoll

Am 4. März 1954 wurde die SV-Ortsgruppe Gernsheim gegründet. Die Mitgliederzahl belief sich damals auf 13 Personen. Der Vorstand setzte sich zusammen aus: Herrn August Rapp (1. Vorsitzender), Herrn Hans Kupke (Zuchtwart), Herrn Jakob Weiker (Ausbildungswart), Herrn Adam Schmitt (Kassenwart) und Herrn Ludwig Müller (Schriftwart).

 

Prüfungen in der OG Gernsheim

 

Die erste in den Protokollbüchern schriftlich niedergelegte Prüfung wurde wie folgt am 5.2.1957 dokumentiert.

 

"Zur Nachtübung erschienen 2 Hunde und 3 Jungtiere. Meine Herren! Wenn die Interesse nicht größer wird so ist der Vorstand gezwungen, einige Mitglieder von der Liste zu streichen. Papiermitglieder brauchen wir keine. Mit den gezickten Leistungen war man sehr zufrieden. Gez. Schriftführer Andres"

 

Anm. der Redaktion:

Anscheinend gab es damals noch keine Frauen im Hundesport ;-)

 

Die erste Ausdauerprüfung fand sich am 15.5.1958 in den Protokollbüchern. Der Weg führte nach Bürstadt.

 

Zuchtschauen und mehr

 

Schon in frühen Jahren war die SV OG Gernsheim ein beliebter Austragungsort von hundesportlichen Veranstaltungen. Und wie man sehen kann, waren unsere Hundesportler auch schon auf internationaler Ebene erfolgreich:

 

Das erste Agility Turnier in Gernsheim

 

Agility ist eine Sportart die Ende der 70er Jahre anlässlich der größten Hundeausstellung der Welt in England als Unterhaltung für das Publikum gezeigt wurde.

Das erste Schulungsseminar innerhalb des SV wurde am 21.10.1992 in Frankfurt durchgeführt. Die OG Gernsheim war dabei!

Einen Monat später am 20.11.1992 findet Agility das erste mal Erwähnung in einem Vorstandsprotokoll. Die erste offizielle Übungsstunde fand am 28.11.1992 statt.

 

 

1993 war das Agility Jahr im SV. Immer mehr – auch überzeugte Schutzhundesportler – interessierten sich für diese Sportart, bei der es nicht um ein Rumgehopse der Hunde handelt, sondern zu der jede Menge Disziplin, Gehorsam und vor allem Triebbeständigkeit gehört.

 

Die OG Gernsheim veranstaltete im Juli 1993 das erste Agilityturnier im SV. Unter dem kritischen Auge von Berthold Hering (erster Agility Richter im SV) starteten immerhin 30 Teams.

 

Das dritte Standbein im SV war geboren und mächtig auf Siegeszug. Heute gehört Agility zum festen Bestand Teil der Bundessiegerprüfung. Hier kämpfen die Besten aller Landesgruppen um die Krone des Siegers. Im letzten Jahr wurde die OG Gernsheim mit der Ausrichtung des Hessencups, das Agility-Sichtungsturnier für die Bundessiegerprüfung, betraut.

 

Die SV OG Gernsheim veranstaltet in jedem Jahr mehrere Agility-Turniere. Erfahrungsgemäß erfreuen sich unsere Turniere großer Beliebtheit und sind bereits eine Woche nach Veröffentlichung  ausgebucht.

 

Auszüge aus den Protokollbücher

 

Familienabend 16.2.1957

 

…nach einzelnen Musikstücken trugen einige Mitglieder ganz nette Sachen vor. Ferner wurden alle Anwesende entwurmt und bekamen eine Spritze gegen Staupe….

 

Versammlung am 7.12.1957

 

… der Kassenbestand war am 7.12.1957 179,32 DM worauf die OG stolz sein kann…

 

Familienabend 16.2.1958

Um 14.30 Uhr versammelte man sich am Rhein. Hier wurde eine Mannarbeit gezeigt (Anm. der Red.: Männerstripp?) Durch schöne Vorträge (…) wurden die Lachmuskeln in Bewegung gesetzt….

 

Versammlung 1.3.1958

… sprach 1. Vorsitzende das am Tage des Familienabends die Mühe der einzelnen OG Mitglieder in keinem Verhältnis des Dankes stand. Ein besonderen Dank sprach man dem Großmütterchen aus….

 

 

Versammlung am 8.8.1971

… Der 1. Vorsitzende gratulierte unserem Übungswart Walter Gy für seinen großen Erfolg mit seinem Astor. Er wurde mit ihm Europasieger. Herzlichen Glückwunsch allerseits…..

 

… Der gestiftete Abort wird demnächst aufgestellt. Um den Abort kommt nochmals ein Zaun….

 

Versammlung 26.9.1971

….die A Prüfung im großen und ganzen konnte man zufrieden sein. Unser Richter nahm die etwas besseren Hunde genau unter die Lupe und mit den schwächeren hatte großes Mitleid und er war da schon großzügig…..

 

Generalversammlung 5.12.1971

Eine besondere Ehrung erfuhr der Übungswart Joachim Seidensticker dem der Vorsitzende eine seltene Auszeichnung im Namen des Hauptvereines der deutschen Schäferhunde, das große goldene Sportabzeichen verlieh, die höchste Auszeichnung, die im Hundeleistungsport überhaupt vergeben wird.

 

… Der Kassenwart gab einen Bericht über die Kassenlage der OG. Er bescheinigte dem Vorstand, dass er sparsam gewirtschaftet habe, was aber nur auf die Spendenfreudigkeit der Mitglieder zurückzuführen sei.

 

Jahreshauptversammlung 3.12.1957

… wenn es die Witterung erlaubt, soll Ende Januar von allen Mitglieder an einem Sonnabend ein Arbeitsdienst geleistet werden, damit das Fundament für das Haus ausgehoben wird….

 

Generalversammlung 5.2.1983

Die OG Gernsheim hat von der LG Hessen die Austragung des Landesgruppen FH am 3./4.11.1984 übertragen bekommen

 

 

Vorstandsitzung 13.3.1978

Da Herr Heeß die Toilette nicht leeren kann und keiner es abfahren kann wurde darüber abgestimmt, dass die Toilette versetzt wird und ein neues Loch gegraben wird.

 

Das Augsburger Modell

 

Der Fischerfest Pokalwettkampf

 

Inzwischen schon traditionell wird in der OG Gernsheim der Fischerfest Pokalwettkampf ausgetragen. Eine der Hauptveranstaltungen in der Landesgruppe Hessen Süd.

 

Ferienspiele in der Ortsgruppe Gernsheim

 

Hochwasser, ein leidiges Thema

 

Als im Mai 1978 die Hochwassersäule sich ständig nach oben drängte, mussten auch wir, die wir

im Vorflutgelände unseren Übungsplatz mit Vereinsheim, mit dem Schlimmsten rechnen. So kam es dann auch, dass in der Nacht vom 25. auf 26. Mai 1978 die Dämme dem ständigen Anwachsen des Rheins nicht mehr standhielten.

Es hätte eigentlich gar nicht schlimmer kommen können, den ausgerechnet in der Höhe unserer Hundeboxen brach der Damm und die Wassermassen verwüsteten mit Schlamm und Morast dieselben, spülten die Umzäunung unseres Platzes weg und verschonten auch nicht unsere Unterkunft. Als nach einigen Tagen das Hochwasser wieder sank und einige Beherzte per Badehose zu unserem Vereinsheim vordrangen, bot sich ihnen ein Bild des Grauens.

Man stand nun vor der Alternative, den Schaden, der hauptsächlich in dem Holzteil unseres Heimes entstanden war, zu beheben und beim nächsten Hochwasser wieder vor derselben Situation zu stehen – oder aber ein vollkommen neues Vereinsheim aus Stein und Beton zu errichten, um bei eventuellem Wassereinbruch einen relativ kleinen Schaden zu riskieren.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung kam man am 18.6.1978 im Gasthaus „Zur Hoffnung“ zusammen. Hier wurde bei nur einer Stimmenthaltung beschlossen, dem Plan von einem Neubau, der mittlerweile von dem Vorstandsmitglied Michael Zenzinger ausgearbeitet wurde, zuzustimmen. Es war allen Beteiligten klar, dass dieser Entschluss ein gewaltiges Maß an Arbeit  und Organisation erfordert, und vor allem, wie es mit unseren bescheidenen Mitteln finanziell durchzuziehen ist. Von der Versammlung wurde ein Bauausschuss gewählt, der sich zusammensetzte aus den Sportfreunden: K.H. Bruckmaier, Michael Zenzinger, Dieter Rothermel als Baumeister und Heinz Grüll. Letzterer wurde mit allen organisatorischen Dingen betraut, die sich bei einem solchen Vorhaben ergeben.

Weiterhin galt es als erstes, unseren Übungsplatz einzuzäumen, um den Übungsbetrieb wieder aufnehmen zu können. Die Kosten der Umzäumung beliefen sich auf ca. DM 2.500,--. Gottlob fand sich ein Spender, der diese Kosten übernahm, und wir unseren Kassenbestand nicht unnötig strapazieren mussten. Wir begannen schnellsten mit dem Neubau des Vereinsheims, hoben das Fundament aus und zogen Mauerwerk hoch. Leider kam der Baustopp, da wir für diese Arbeiten eine Baugenehmigung brauchten. Auch dieses Hindernis wurde schnellstens überwunden. Ab dem 21.8.1978 konnten wir weiterbauen und kamen zügig voran. Am 19.9.1978 legte unser Vereinsmitglied Werner Völger aus Biebesheim das Gebälk auf. Am 27.9.1978 montierte unser Vorstandsmitglied Adolf Weis das Dach, am 5.10.1978 wurden die Fenster und am 11.10.1978 die Rolläden eingesetzt.

Das Ziel war erreicht, vor dem Anbruch der kalten Jahreszeit unser Vereinsheim unter Dach und Fach zu haben. Nun begannen wir in aller Ruhe die Innenarbeiten und wir konnten zu unserem 25-jährigen Jubiläum am 28.7.1979 unser Werk der Öffentlichkeit vorstellen.

1979

2002

 

 

Schlachtfest

 

Eine weitere, sehr traditionsreiche Veranstaltung ist das alljährliche Schlachtfest im Januar. Schon zur Mittagszeit finden sich viele Besucher zum Wellfleisch-Essen ein. Und wenn es dann am Nachmittag heißt: „Die Schlachtplatten sind fertig“, ist „die Bude gerammelt voll“. So ist es auch schon vorgekommen, dass wir innerhalb von zwei Stunden ausverkauft waren .....